ERKUNDEN/2016/NULLA DIES SINE LINEA

NULLA DIES SINE LINEA

Kein Tag ohne Linie

Nach einer Idee von Gaby Hartel

13. Februar – 19. März 2016

Vernissage: 12. Februar, 19 – 21 Uhr



Hier der tägliche Beitrag...


Der kreative Geist scheint oft von Ritualen bestimmt, die es ihm erlauben, sich zurückzuziehen, Inspiration in dem Wahrgenommenen zu finden und daraus Neues zu schaffen. Wie der Titel dieser Ausstellung impliziert, könnte eine tägliche Routine eines dieser Rituale sein. Die schnelle Welt des digitalen Zeitalters lenkt mit der stetigen Verbindung zur Außenwelt unsere Aufmerksamkeit in alle Richtungen. Etwas in Ruhe zu betrachten und zu überlegen, zu empfinden, zuzuhören und darauf zu reagieren – manchmal alles zeitgleich– fordert unsere Sinne in vollem Maße. Eine bewusst angestrebte Disziplin kann ein essenzieller Zugang zu der eigenen inneren Welt werden.

NULLA DIES SINE LINEA ist als Ausstellung mit offenem Ausgang angelegt, welche die Idee des geübten Denkens als Zugang zur Inspiration untersucht. „Kein Tag ohne eine Linie [gezeichnet zu haben]“ ist ein Ausspruch, welchen Plinius der Ältere dem griechischen Maler Apelles zugeschrieben haben soll. Apelles war dafür bekannt, keinen Tag vergehen zu lassen, ohne seine Kunst auszuüben. In diesem Sinne erforschen wir die Gewohnheiten und Praktiken der Vor-und Querdenker unserer Gesellschaft, mit denen sie sich in Verbindung zu ihrem „kreativen Selbst“ halten, d. h. „auf der Linie“ bleiben. Wenn diese „Linie“ eine Art Schlüssel zum kreativen Ich ist, stellen sich die Fragen: Was für ein Geisteszustand ist nötig, um eine Idee für ein Kunstwerk, eine musikalische Komposition, den nächsten Vers eines Gedichts oder eine neue Theorie zu bekommen? Wie finden wir regelmäßig Zugang zu unseren schöpferischen Ressourcen? Und vor allem: Welche Rolle spielt die tägliche Routine?

Wir haben Künstler/innen, Autor/innen, Wissenschaftler/innen und andere agile Denker/innen eingeladen, uns von ihren Methoden zu erzählen und an dieser experimentellen Ausstellung teilzunehmen. Die Räumlichkeiten von SATELLITE BERLIN werden anfangs in etwas uns Unbekanntes verwandelt und verkörpern die Schwelle zum schöpferischen Prozess. Hier können wir zuhören, Einsicht gewinnen, selbst inspiriert werden. Vielleicht sind die Wände mit Worten und Bildern bestückt, erklingen Töne oder Musik. Bücher stapeln sich möglicherweise auf dem Boden oder seltsame Objekte hängen von der Decke. Die Installation beginnt am 10. Februar und besteht für die Dauer der Ausstellung. Mit jedem Beitrag verändert sich der Raum. Eine eigens eingerichtete Website wird regelmäßig um Illustrationen und erklärende Notizen ergänzt; Kommentare sind willkommen.

Die endgültige Form der Ausstellung hängt von den Teilnehmenden, den jeweils benutzten Praktiken und den gewählten Darstellungen ab. Die Beiträge verbinden und überschneiden sich visuell und werden zu einer Installation, die in der Fülle der vielen anwesenden Stimmen die Vielfalt der Stille widerspiegelt, die Ursprung des kreativen Schaffens ist.

Installation shot

install shot

Thora Dolven Balke Künstlerin

Carrie Beehan Songwriter, Performer

Tom Chamberlain Künstler

Prof. Dr. Sue Denham Neurowissenschaftlerin

Dr. Satyan Devadoss Mathematiker

Saul Fletcher Künstler

Neil Gall Künstler

Dr. Mark Gisbourne Kurator

Lothar Goetz Künstler

Robert Gschwantner Künstler

Béatrice Gysin Künstlerin

Bjørn Hegardt Künstler, Kurator, Verleger

Veronike Hinsberg Künstlerin

Linda Karshan Künstlerin

Dr. Konstantinos Katsikopoulos Kognitivforscher

Joseph Kosuth Künstler

Michael Kutschbach Künstler

Juliane Laitzsch Künstlerin

Katrin von Lehmann Künstlerin

Liliane Lijn Künstlerin

Werner Linster Künstler

Nanne Meyer Künstlerin

Phil Minton Jazz/improv. Vokalist

Massimo Morasso Dichter

Ciprian Muresan Künstler

Mark Pascale Künstler, Kurator

Dr. Arndt Pechstein Neurowissenschaftler

Lorenzo Rocha Architekt

Alexander Ross Künstler

Owen Schuh Künstler

František Skála Künstler

Fabio Sonnino Bühnen-, Kostumbildner

Thomas Stammer Production Designer

Amber Stucke Künstlerin

Jonathan Turner Kurator, Kunstkritiker

Jorinde Voigt Künstlerin

Dr. Paul Wrede Molekularbiologe

Tamar Yoseloff Dichterin

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